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Feb 16 2016

Mutter und Kind – die Herzensbindung

Familienaufstellung

„Du bist genau die Richtige“

Mutter und Kind – die Herzensbindung

Zur Mutter wird man nicht geboren und mit der Geburt eines eigenen Kindes beginnt erst der Prozess, in die Mutterschaft hineinzuwachsen. Es ist ein Prozess, der von vielen Zweifeln und Unsicherheiten begleitet wird, denn alles wird zum ersten Mal ausprobiert und immer steht die Frage im Raum: „Was ist das Beste für mein Kind?“ Man wächst an den vielen Erfahrungen, die man als Mutter mit seinem Kind macht und den vielen Entscheidungen, die man für sein Kind trifft. Geschenkte Freude und eine tiefe Bindung zu unserem Kind sind die Belohnung für unsere Bemühungen: wenn wir auf unser Kind schauen, fühlen wir, wie wir innerlich weich und warm werden, unser Herz sich öffnet und unsere Liebe zu ihm strömt. Unsere Herzen sind verbunden.

Mutter und Kind – die Blockaden

Oft jedoch ist dieser Liebesstrom blockiert und negative Gefühle überwältigen uns, die sich gegen unser leibliches Kind richten.

Es sind alte Verletzungen, die aus unserer eigenen Kindheit stammen, die hier schmerzhaft berührt werden. Und die heftigen Gefühle, die dann in uns hochsteigen sind kindliche Gefühle, die zu unserem eigenen inneren Kind gehören. Deshalb sind sie so unverhältnismäßig stark.

Es sind starke Gefühle, wie Wut, Traurigkeit, innere Zerrissenheit, Zweifel, Verachtung, Angst, Enttäuschung, Hilflosigkeit, die uns in einem Moment überfluten, wenn unser Kind diese schlummernden Wunden schmerzhaft berührt, ohne es zu wollen. Das passiert in Alltagssituationen:

  • Wenn die kleine Emma nicht gehorcht und wir darüber sehr wütend werden, hören wir vielleicht innerlich den Spruch: „Kinder mit ´nem Willen, kriegen eins auf die Brillen“ – vielleicht haben uns unsere Eltern mit diesem Spruch schon gezwungen, zu gehorchen
  • Wenn der kleine Dirk viel weint und plötzlich der verächtliche Satz in uns hochkommt:“ Du kleine Memme“ oder „Klein Indianer kennt keinen Schmerz“ – vielleicht spricht da unser eigener Vater in unserer Erinnerung, der  uns das Weinen verboten hat.
  • Wenn der kleine Benjamin trotz unserer Bemühungen nachts nicht einschläft – vielleicht werden wir von einem Gefühl der Hilflosigkeit überschwemmt, weil unsere Eltern uns nachts allein im Bettchen haben brüllen lassen, bis wir vor Erschöpfung einschliefen. Ein gängiges Erziehungsmittel zu dieser Zeit.
  • Wenn die kleine Lotte sehr fordernd ist und keine Rücksicht nimmt, obwohl es uns schlecht geht und wir darüber sehr enttäuscht sind. Gedanken, die uns kommen, wie: “ Wie kannst du nur so undankbar /unsensibel / rücksichtslos, etc. sein“, sind vielleicht Sätze, die wir als Kinder häufig von unserer Mutter zu hören bekommen haben.
  • Wenn wir den kleinen Justus immer (negativ) beurteilen und dabei leise Verachtung spüren, weil alles, was wir als Kind gaben, ebenfalls für unsere Eltern „nie genug war“.

Blockaden, negative Glaubenssätze, unser verletztes inneres Kind – all dies kann unsere Herzensverbindung zu unseren Kindern empfindlich stören. Immer, wenn wir „unverhältnismäßig stark“ reagieren, können wir uns fragen, woher denn diese Heftigkeit der Gefühle kommt.

Mutter und Kind – die systemische Familienaufstellung

Die systemische Familienaufstellung kann in diesem Zusammenhang ein wunderbares Instrument sein, um uns zu helfen, in die Mutterrolle hineinzuwachsen und uns als Mutter mehr zu spüren, indem sie unsere Bindung zu unserer eigenen Mutter heilt. Und so kann die Liebe von unserer eigenen Mutter/unserem eigenen Vater zu uns und von uns zu unserem Kind fließen. Blockaden werden gelöst, negative Glaubenssätze werden aufgehoben und über die Heilung unseres eigenen inneren Kindes wird die Verbindung zu unserem leiblichen Kind (wieder-)hergestellt. Unser Blick wird frei, wir können auf unser Kind schauen – und unser Kind fühlt sich von uns gesehen.

Du bist genau die/der Richtige, mein Kind – ist der stimmige Satz von Mutter zu Kind.

Du bist genau die Richtige, Mama – ist der stimmige Satz von Kind zu Mutter.