„Wie kann ich dir nur helfen?“

Eine gute Eltern-Kind-Bindung ist wichtig für die gesunde Entwicklung des Kindes.

Verhaltensauffällige Kinder: Der Aufbau einer guten Eltern-Kind-Bindung ist gemäß der Bindungsforschung entscheidend für eine gesunde Entwicklung des Kindes im Sinne einer stabilen, empathischen, selbstbewussten Persönlichkeitsentwicklung. Aber schon mit Beginn der Schwangerschaft sind die Einflussmöglichkeiten der Eltern auf das Schicksal ihres Kindes begrenzt. Denn je weiter vorne im noch jungen Leben etwas geschieht, desto wichtiger ist dieses Erlebnis für den späteren Menschen. Das Baby im Mutterleib ist bereits den Hochs und Tiefs des Lebens ausgesetzt, denn es erlebt alle Glücks- und Stresshormone der Mutter, und dies werden gewissermaßen auf seiner Festplatte gespeichert. Auch der Geburtsverlauf prägt das Kind entscheidend: Zangengeburt, Nabelschnur um den Hals, Kaiserschnitt, Frühgeburt. Steißlage etc. – all dies kann sich mehr oder weniger subtil auf das spätere Leben auswirken.

Wenn ein Kind zu den sog. „Schreibabys“ gehören, erleben viele Eltern diese Zeit als sehr stresserfüllt. Auch kann es unvorhergesehene Gedeihstörungen zeigen und nicht angemessen wachsen. Einige Kinder zeigen bereits im Säuglingsalter Anzeichen chronischer Erkrankungen, wie z.B. Neurodermitis, die mit hohem Leidensdruck einhergehen können. Auch Entwicklungsverzögerungen können sich in der sensomotorischen Entwicklung zeigen und die Entwicklung des Kindes hemmen.

Im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Unsere Kinder können zu unruhig, zu schüchtern, zu ängstlich, zu tolpatschig erscheinen, wodurch es auch zu Konflikten mit anderen Kindern kommen kann. In der Kita kann das meist noch kompensiert werden. Wenn frühkindliche Restreflexe jedoch bestehen bleiben, kann es später in der Schule zu Schulschwierigkeiten kommen: geringe Belastbarkeit, Unruhezustände, Konzentrationsstörungen, etc. können dem Kind die Freude am Lernen vergällen und die Schulzeit zu einem Spießrutenlauf machen.

Ein Besuch beim Kinderarzt oder Neurologen sollte natürlich immer die erste Maßnahme sein. Doch ergänzend kann eine Familienaufstellung in solchen Fällen heilsame Impulse geben: Sie kann ergründen, ob bei dem Kind systemische Belastungen vorliegen, die sich negativ auf seine Entwicklung und Gesundheit auswirken, und sie kann helfen, diese Belastungen zu lösen.